Wer hat den Krug zerbrochen?
Die THEATERmobileSPIELE hautnah am Markgrafen-Gymnasium mit dem Stück “Der zerbrochene Krug” von Heinrich von Kleist
“Eins ist der Herr. Zwei ist das finstere Chaos. Drei ist die Welt.”
Was in Kleists Komödie wie ein scherzhafter Spruch klingt, wurde bei der Aufführung der THEATERmobileSPIELE zum Motto des Tages: Chaos, Verwechslungen und eine Menge amüsanter Momente. Das Ensemble, welches aus den zwei Schauspielern David Linson und Petra Ehrenberg bestand, zeigte eine energiegeladene moderne Inszenierung von “Der zerbrochene Krug”, die das Publikum mitriss.
Die moderne Inszenierung brachte jedoch weit mehr als nur Humor auf die Bühne: Besonders spannend war der feministische Twist: Die Rolle der “Autoritätsperson” Walter wurde als Frau dargestellt, was der ganzen Geschichte eine neue, überraschende Wirkung verlieh.
Außerdem beeindruckten die beiden Schauspieler damit, dass sie mühelos in mehrere Figuren gleichzeitig schlüpften. Unterstützt wurde das Spiel durch einen visualisierten roten Faden, der immer wieder im Stück auftauchte und half, das Chaos der Handlung verständlich und zugleich witzig zu halten.
Ein echter Hingucker waren die Puppen, die durch präzises Spiel zum Leben erweckt wurden. Dazu kam ein ungewöhnliches Bühnenbild, bei dem ein großer Bildschirm eine wichtige Rolle spielte. Die Schauspieler mussten perfekt auf die Abläufe abgestimmt sein – was ihnen sichtbar gut gelang. Statt der Mägde aus dem Original, sorgte ein simples „Dosentelefon“ für zusätzliche Komik.
Spannend war auch die Dynamik zwischen Walter und Adam. Im Gegensatz zum Buch trat die Frage nach Autorität im Stück eher in den Hintergrund, was die Beziehung der beiden Figuren etwas offener und weniger hierarchisch wirken ließ.
Am Ende blieb ein begeistertes Publikum zurück, das nicht nur über den zerbrochenen Krug, sondern auch über die vielen kleinen kreativen Einfälle der THEATERmobileSPIELE staunte. Die moderne, energiegeladene Inszenierung bewies, wie lebendig und relevant Kleists Komödie auch heute noch sein kann.
Nisa Dursun und Viktoriia Mikhailova (K2)



