Mit einer starken Leistung im Kreisfinale Anfang Juni legten die Mädchen der Jahrgänge 2009 bis 2011 des Markgrafen-Gymnasiums den Grundstein für ihren nächsten großen Auftritt. Als sechstplatzierte Mannschaft sicherten sie sich die Teilnahme am Landesfinale in Sindelfingen, wo am 15. Juli 2026 die besten Schulteams Baden-Württembergs um die Titel kämpften.

Mut statt Erfahrung: Ines Al-Masri und Anna Kulik, eigentlich auf dem Handballfeld zu Hause, hatten vor dem Landesfinale jeweils erst einmal einen Speer in der Hand gehabt. Gegen die eingespielten Leichtathletik-Spezialistinnen hielten sie dennoch beherzt dagegen und holten in der technisch anspruchsvollen Disziplin das Maximum aus ihren Möglichkeiten heraus.

Nach dem schwierigen Auftakt galt es nun, verlorenen Boden wieder gutzumachen – und das gelang eindrucksvoll. Elisa Kiefer setzte über die 800 Meter mit starken 2:23,68 Minuten ein echtes Ausrufezeichen. Die KSC-Athletin musste sich in einem hochklassig besetzten Teilnehmerfeld nur einer Läuferin geschlagen geben und sicherte dem Team mit Platz zwei wichtige Punkte.

Auch Nele Weishäupl und Rachel Princova überzeugten auf der Mittelstrecke: Mit 2:49,74 Minuten beziehungsweise 3:07,33 Minuten zeigten beide beherzte Rennen und trugen ihren Teil zum starken Mannschaftsergebnis bei.

Im anschließenden Weitsprung mussten sich die Athletinnen nicht nur mit der Konkurrenz, sondern auch mit schwierigen Bedingungen auseinandersetzen. Immer wieder erschwerte wechselnder, böiger Gegenwind den Anlauf und kostete wertvolle Zentimeter. Am besten kam Naemi Küchel mit den Verhältnissen zurecht. Die Basketballerin, die ebenfalls keine klassische Leichtathletin ist, übertraf mit starken 4,62 Metern ihre bisherige Bestleistung deutlich und sammelte wichtige Punkte für das Team. Nur knapp dahinter folgten Sarah Hess mit 4,16 Metern und Juliana Schlemmer mit 4,12 Metern. Beide zeigten gute Sprünge, mussten sich aber mehrfach über den wechselnden Gegenwind ärgern, der sie um einige wertvolle Zentimeter brachte.

Ein Blick auf die veröffentlichten Zwischenstände zeigte: Die Aufholjagd des Markgrafen-Gymnasiums war in vollem Gange. Im Kugelstoßen setzte Ines Al-Masri das nächste Ausrufezeichen. Mit ausgezeichneten 9,66 Metern bewies sie eindrucksvoll ihr Talent und sammelte wichtige Punkte für das Team. Doch auch ihre Mannschaftskameradinnen überzeugten: Liliana Estenfelder übertraf mit 7,33 Metern souverän die Sieben-Meter-Marke, während Anna Kulik mit 6,93 Metern nur um wenige Zentimeter darunter blieb und das geschlossene starke Mannschaftsergebnis abrundete.

Für den Höhepunkt des Tages sorgte schließlich Lilly Wieland – und das nicht nur in der Altersklasse U18, sondern im gesamten Landesfinale. Mit herausragenden 12,33 Sekunden über 100 Meter erzielte sie die schnellste Zeit des gesamten Wettkampfs und setzte damit ein echtes Ausrufezeichen.

Doch auch ihre Teamkolleginnen überzeugten auf der Sprintstrecke: Juliana Schlemmer lief starke 13,50 Sekunden, Sarah Hess folgte mit 14,36 Sekunden. Beide sammelten mit ihren Leistungen weitere wertvolle Punkte und trugen entscheidend dazu bei, dass sich das Markgrafen-Gymnasium in der Mannschaftswertung weiter nach vorne schob.

Es blieben nur noch zwei Wettbewerbe: Hochsprung und die 4×100-Meter-Staffeln. Noch einmal mobilisierten die Mädchen alle Kräfte.

Im Hochsprung setzte Naemi Küchel das nächste Ausrufezeichen. Mit übersprungenen 1,55 Metern teilte sie sich gemeinsam mit zwei weiteren Athletinnen den Tagessieg. Lilly Wieland scheiterte zwar nur knapp an dieser Höhe, überzeugte aber ebenfalls mit starken 1,50 Metern. Auch Nele Weishäupl präsentierte sich in Bestform und steigerte ihre persönliche Bestleistung auf 1,35 Meter.

Was anschließend auf der Sprintbahn folgte, war der krönende Abschluss eines außergewöhnlichen Wettkampftages. Beide 4×100-Meter-Staffeln zeigten furiose Rennen. Dabei hatten einige der Mädchen zuvor noch nie gemeinsam Staffelwechsel trainiert – davon war auf der Bahn jedoch nichts zu sehen. Das zweite Quartett mit Liliana Estenfelder, Naemi Küchel, Rachel Princova und Nele Weishäupl lief mit 57,86 Sekunden eine starke Zeit.

Das erste Staffelteam setzte dem Ganzen schließlich die Krone auf. Juliana Schlemmer legte mit einem hervorragenden Startlauf den Grundstein, bevor Lilly Wieland auf der Gegengeraden ihre außergewöhnliche Sprintstärke ausspielte und der Konkurrenz Meter um Meter abnahm. Perfekt abgestimmte Wechsel auf Sarah Hess, die die Kurve souverän meisterte, und anschließend auf Schlussläuferin Ines Al-Masri sorgten dafür, dass das hohe Tempo bis ins Ziel gehalten werden konnte. Mit einem beeindruckenden Schlussspurt brachte Ines den Staffelstab nach 52,09 Sekunden ins Ziel – eine herausragende Leistung und der perfekte Abschluss einer begeisternden Aufholjagd.

Nun begann das bange Warten auf das Endergebnis. Nach den überragenden Leistungen im Hochsprung und den Staffeln war klar, dass die Aufholjagd gelungen war. Doch würde es auch für einen Platz auf dem Podium reichen?

Als die Endwertung schließlich bekannt gegeben wurde, war die Freude riesig: Völlig überraschend belegte das Team des Markgrafen-Gymnasiums den dritten Platz hinter den ebenfalls beeindruckend kämpfenden Mannschaften aus Titisee-Neustadt und Ludwigsburg. Mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung, großem Kampfgeist und zahlreichen persönlichen Bestleistungen hatten sich die Mädchen einen Platz auf dem Siegerpodest mehr als verdient.